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TLZ 19.03.2012 - Ziele und Argumente

von Harald Mühlenbeck
Heiligenstadt 

Bürgermeisterkandidaten stellen sich vornehmlich jugendlichen Fragestellern

Es zählten keine politischen Phrasen, sondern Argumente. Der Wahlkampf um das Amt des künftigen Heiligenstädter Bürgermeisters geht in die entscheidende Phase. Und die Kandidaten bemühen sich um Sachlichkeit, um Kompetenz und um Menschen. So Geschehen am Freitagabend beim vom Jugendparlament und der Thüringischen Landeszeitung initiierten Politikertalk in der Villa Lampe in Heiligenstadt. Dazu fanden sich überraschenderweise nicht nur junge Leute ein. Das Interesse an der verbalen Auseinandersetzung mit den drei Bürgermeisterkandidaten Holger Montag (CDU), Thomas Spielmann (Bürgerinitiative Menschen für Heiligenstadt) und Franz-Josef Strathausen (SPD/Grüne) war groß. Im Mittelpunkt standen aber nicht primär die Interessen der jungen Generation. Auch bei den anderen Altersgruppen fand der Talk deshalb großen Anklang.
Nachdem die Klänge der Schulband "Schmeckt anständig" verklungen waren, konnte der Leiter der Villa Lampe, Thomas Holzborn, das Podium zum, wie er es nannte, "Bürgermeister-Check", freigeben. Nico Inden und Max Bosch vom Jugendparlament fungierten als Moderatoren. Und dann mussten die Kandidaten Spontaneität beweisen, galt es doch Halbsätze zu beenden. Franz-Josef Strat-hausen beantwortete beispielsweise die Frage nach seiner ersten Amtshandlung, wenn er Bürgermeister würde, mit "ein Glas Sekt trinken"; Thomas Spielmann die Frage, was ihn als Bürgermeister auszeichnen würde, mit "Kompromissbereitschaft"; und Holger Montag die Frage nach den dringendsten Aufgaben mit "die, die sich über den Menschen definieren."
Die allgemein geäußerte Auffassung, dass jugendliche Wähler schlechter informiert seien als erwachsene Wähler, erwies sich in der Villa Lampe als falsch. Denn in den unabhängigen Gesprächsrunden in lockerer Atmosphäre zeigten sich die jungen Leute gut orientiert über die Vorhaben der Kandidaten. Es werde künftig keine ignorierten Anliegen der jungen Generation geben, waren sich die drei Gesprächspartner gut geführt von ihren Paten Maximilian Bosch, Pascal Träger und Ludwig Dölle in den Gesprächsrunden unabhängig voneinander einig. Dabei ging es zum Beispiel um mehr Bolzplätze im Stadtgebiet, Verbesserung der Freizeitmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen, aber auch um Mobilität innerhalb und außerhalb der Stadtgrenzen. Auch berufliche Ausbildungsmöglichkeiten in Heiligenstadt gerieten in den Focus.

In den Gesprächen stand auch immer wieder der Mensch im Mittelpunkt. Für ein zukunftsorientiertes Heiligenstadt brauchen wir die Menschen, erklärte Thomas Spielmann, während Franz-Josef Strathausen für eine soziale Stadt plädierte und Holger Montag die Attraktivität der Stadt für junge Familie verbessern möchte. Aber auch Umweltschutz, sichere Schulwege, schnelles und leistungsfähigeres Internet und die städtische Verkehrsinfrastruktur oder Wohlfühlen in der Stadt waren Themen, die offen erörtert und dazu Standpunkte ausgetauscht wurden.
Einigkeit herrschte zum Schluss unter den drei Kandidaten, dass ihnen dieser Abend Impulse für die anstehenden Aufgaben gebrachten habe. Und das man die Jugend künftig mehr mit in die kommunalpolitische Arbeit einbeziehen möchte. Denn die Jugendlichen haben ein großes Interesse gezeigt. Einig waren sich auch die Talk-Besucher: Es wird ein neuer Schwung in das Heiligenstädter Rathaus nach dem 22. April einkehren.