TLZ 11.04.2011 - Neues Leben in DJ-Box
Von Markus Ringleb
Leinefelde-Worbis
Streichen, schleppen, aufräumen: 48 Stunden lang bei ,,City-Power" im Einsatz
,,Viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können den Lauf der Welt verändern." Das alte afrikanische Sprichwort passte wie die Faust aufs Auge zu dem, was rund 35 Leinefelder Jugendliche das Wochenende über in und rund um die Leinestadt auf die Beine stellten.
Die diesjährige 48-Stunden-Aktion unter der Überschrift ,,City-Power" war zwar im Vergleich zur 72-StundenAktion vor zwei Jahren zeitlich um einen Tag abgespeckt worden, dafür nahmen die Kinder und Jugendlichen diesmal gleich mehrere gemeinnützige Projekte in Angriff. Der Startschuss fiel am Freitagabend um 20 Uhr.
Beim gemütlichen Akustikabend mit der Devise ,,Jugendzentrum unplugged" bestand die Möglichkeit, sich in die verschiedenen Projektgruppen einzutragen. Anschließend konnten die ersten Ideen vor dem Hintergrund des musikalischen Vortrags von Zanderos, Silent Story und Maximilian Räuber gesammelt werden.
Am Samstagmorgen war man dann schon recht früh auf den Beinen. Bereits um 9 Uhr waren diejenigen, die sich am Vorabend der Gruppe ,,Aufräumdienste" angeschlossen hatten, am Richteberg anzutreffen. Mit Mülltüten und Handschuhen bewaffnet, ging es dort dem illegal entsorgten Müll an den Kragen. ,,Sogar einen alten Fernseher mussten wir auf unseren Schubkarren laden", erzählte der zwölfjährige Martin. Dessen Klassenkamerad Johannes sorgt sich ein bisschen um das Areal, in dem er und seine Freunde ,,regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sind".
Am Vormittag machte sich eine weitere Gruppe auf den Weg. Die wenigen Meter vom Jugendzentrum zur Pro Senio re Residenz ,,Albert Schweitzer" in der Stormstraße erledigten Antonia, Maria und Ines zu Fuß. Im Pflegeheim wurde der Charakter, den die Aktion bekommen sollte, besonders deutlich. Auf vielen Seniorengesichtern malte sich ein Lächeln, als sie nach der obligatorischen heiligen Messe und dem alles andere als alltäglichen Blumengeschenk der Jugendlichen wieder auf ihre Zimmer gebracht wurden.
Viele herzliche Worte bekamen die Aktiven auch für viele kleine Arbeiten, die sie nebenbei für jemand anderen erledigten. So erhielten die Ursulinen-Schwestern der Gemeinde tatkräftige Hilfe beim Schleppen ihrer Getränkekisten. Außerdem wurde den farblich heruntergekommenen Bänken im Lunapark ein neuer Anstrich verpasst.
35 hungrige Mäuler wurden durch die Mittagessenscrew gestopft und auch das Jugendzentrum zog seinen Nutzen aus der Aktion: Die älteren Beteiligten hauchten der ramponierten DJ-Kabine neues Leben ein.
Am Sonntag wurde es dann wieder gemütlicher. An alle Einwohner ging die herzliche Einladung zu einer großen Kaffeetafel auf den Bonifatiusplatz. Ab 18 Uhr gab es einen Jugendgottesdienst mit anschließendem Gospelkonzert. ,,Die Aktion ist auf jeden Fall wiederholungsbedürftig" - diesen Spruch als Fazit hatte gewiss nicht nur der Initiator, Kaplan Markus Könen, auf den Lippen.



