TLZ 27.12.20101 - Die besonderen Zeichen
von Fabian Klaus (TLZ).
Weihnachtsbotschaft in der Villa mit Theaterstück aus dem Alltag vermittelt
Zeichen, Träume, Visionen, Liebe der Heiligabend besitzt eine ganz besondere Kraft. In der Villa Lampe feierten junge Christen und Erwachsene die Nacht der Geburt des Gottessohnes auf besondere Weise. Ein Theaterstück, von Jugendlichen der Einrichtung einstudiert und dargeboten, öffnete dabei die Augen für die alltägliche Weihnachtsbotschaft aus verschiedenen Blickwinkeln immer mit dem Ergebnis einer positiven Wendung.
Voll besetzt ist der VillaSaal, als eine ältere Frau auf die Bühne tritt. Ihr Mann war in den Krieg gezogen. Nichts mehr hatte sie seitdem gehört.65 Jahre ist das her. Jetzt liest sie, während ihre Putzfrau die Wohnung säubert, in der Zeitung von einem Ring ihrem Ehering, der in einem Kriegsgrab gefunden wurde. Endlich weiß sie am Heiligabend etwas vom Verbleib ihres Liebsten, ein unverhofftes Zeichen.
Nächste Szene: Die junge Frau, die bei ihr putzt, unterhält sich mit einer Freundin. Beide klagen sich ihr Leid, die junge Frau ist alleinerziehend und erkennt nicht, dass sich ihr Nachbar liebevoll um sie kümmert, wenn sie Probleme hat egal, ob sie sich mal wieder aussperrte oder das Geld knapp ist. Erst nach dem Gespräch mit der Freundin kann sie ihre Augen für die Liebe öffnen.
Auf dem Weg zu ihrem Nachbarn verliert die junge Frau ein blaues Päckchen, das ihr die ältere Dame zum Heiligabend heimlich in die Tasche gesteckt hatte. Eine Jugendliche findet es, nimmt es mit zu ihren Freunden. Sie gammeln herum in dieser Nacht, der heiligen Nacht. Doch alle haben Visionen, keiner traut sich, sie dem anderen mitzuteilen, aus Angst, ausgelacht zu werden. Bis das Eis bricht, der erste aus sich herauskommt, dann alle Freunde über ihre Visionen sprechen können egal ob berufliche oder familiäre.
Eine der Jugendlichen hat allerdings ein weiteres Problem. Die Mutter vergisst über das Berufsleben, sich für die Tochter zu interessieren. Daheim angekommen sie hatte eine Nacht trotz ihrer 15 Jahre nicht zu Hause geschlafen kommt es zum Streit. Die Mutter schwört, dass der Wind bald anders weht. Doch wie soll das funktionieren? Die Mutter weiß es nicht, weil sie keine Ahnung vom Leben ihrer Tochter hat. Sie erkennt das spät, aber nicht zu spät. Beide finden in dieser Nacht doch wieder zueinander.
Das Theaterstück, das Thomas Kewitz mit den Jugendlichen einstudiert hat, öffnet die Augen zum Beginn der Christmette in der Villa. Lange noch sprechen die Jugendlichen in der heiligen Nacht über die Probleme des Alltags. Salesianerpater Meinolf von Spee sagt in seiner Predigt, dass in der heiligen Nacht alles anders war als gewöhnlich. So wie in der Villa Lampe bei dem Theaterstück. Aus Frust, Missachtung von Wünschen, verschlossenen Augen und Ignoranz sind in dieser Nacht Zeichen, Träume, Visionen und Liebe geworden.



